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Julia

Julia

Windwalzen und schmale Spuren – Woche 3 auf der Via Glaralpina

Hatte der Wind nicht eben noch von hinten geblasen? Und waren das gerade etwa kleine Steine, die mir ins Gesicht geflogen sind? Eigentlich war doch blauer Himmel und bestes Wanderwetter angesagt, dachte ich, als ich mich allein auf über 3000 Metern durch den dichten Nebel von Markierung zu Markierung tastete.

Von alledem ahnte ich am Tag vorher noch nichts. Ich war in der Bifertenhütte oberhalb von Brigels aufgewacht, hatte meine Mutter verabschiedet und mich auf den Weg gemacht zur Panixerpasshütte. Ich war wieder allein unterwegs – am nächsten Tag sollte die Königsetappe der Via Glaralpina anstehen: blau-weiss auf knapp 11km über den Bündner und Glarner Vorab.

Tag 12 – Mäusebesuch, Schneehuhn-Sichtung und Steinbock-Nachbarn

So machte ich mich in wunderschönem Morgenlicht, aber kaltem Wind auf den Weg. Aus der Ferne beobachtete ich zuerst noch einen Moment den Helikopter, der neues Essen an die Hütte anlieferte, und dann noch einen roten Punkt – meine Mutter – der sich klein durch die riesige Landschaft bewegte, ehe einige Hügel sie verschluckten. Vor mir eröffnete sich nun ein flaches, karges Hochplateau nach dem nächsten. Nicht viel änderte sich, mal durchstieg ich eine kleine trockene Bachschlucht, mal verlor ich den Weg in der endlosen Weite. 

Bis plötzlich vor mir ein Stein in Bewegung geriet – nein, ein Schneehuhn! Es hatte sich aus seiner Hocke vor dem Felsen gelöst und watschelte nun mit seinen weissen Schuhen sicher fünf Minuten vor mir gemächlich auf dem Weg her, ehe es abbog und seiner Wege zog. Nach einigen Stunden erreichte ich schliesslich die sehr einfache, aber urige, unbewartete Hütte am Panixerpass. Ich war allein – und das würde auch so bleiben. Da ich früh gestartet war, hatte ich nun den Nachmittag frei. 

Ich verbrachte ihn erst mit Lesen, doch schon bald fielen mir die Augen zu. So schlummerte ich, eingekuschelt in meinen Schlafsack, vor mich hin – bis mich ein Geräusch abrupt weckte. Schlaftrunken öffnete ich die Augen – und sah vor mir auf dem Steinboden eine dicke Maus sitzen, die mich anstarrte. Oh, hi! Ihr Rascheln hatte mich aus dem Traumland geholt. Nachdem ich ihr Loch gefunden und sie etwas beobachtet hatte, schweifte mein Blick zum Fenster – und genau in dem Augenblick zogen draussen, ganz nah bei der Hütte, vier Steinböcke gemächlich vorbei. 

 Tiefe Ruhe breitete sich in mir aus, konnte ich doch die Stille hier fast fühlen – abgesehen vom Wind, der um das Haus zog. Nach einem einfachen Znacht auf dem Campingkocher ging es dann bald ins Bett, um fit zu sein für den nächsten Tag. Der Frieden hier oben würde mir noch lange in schöner Erinnerung bleiben.

  • Die Hütte ist unbewartet und kann nicht reserviert werden. Sie verfügt über ca. 20 Schlafplätze, dann wird’s aber sehr eng – 12 ist die entspanntere Belegung.
  • Die Übernachtung kostet CHF 8, Holzverbrauch CHF 3 pro Ofenfüllung. Einzahlungsscheine sind in der Hütte.
  • Die Hütte hat kein fliessendes Wasser, eine Quelle ist 500m entfernt. Es stehen Kanister für den Wassertransport bereit.
  • Holz und ein Ofen sind vorhanden.
  • Ein WC ist ausserhalb (Kompotoi) etwa 30m vom Haus entfernt, war jedoch bei meinem Besuch in einem so fragwürdigen Zustand, dass ich es nicht benutzt habe.
  • Empfang ist mit Swisscom vorhanden (knapp). Auf der Route war ebenfalls meist Empfang da bis kurz vor der Hütte.
  • Essen und Kocher muss selbst mitgebracht werden, es sind auch Töpfe und Notessen vor Ort, die auf dem Ofen mit Feuer erwärmt werden können.
  • Die Betten sind eher alt und staubig, ebenso die Wolldecken. Ich empfehle einen eigenen Schlafsack mitzunehmen.
  • Im Schlafraum gab es zu meiner Zeit eine Maus, ich empfehle daher keine Tasche mit essbarem Inhalt auf dem Boden zu lassen.
  • Alle offiziellen Infos zur Route hier: Zur Etappe

Tag 13 – Königsetappe in der Föhnwalze

Nach einer entspannten Nacht und einem warmen Porridge am Morgen ein letzter Check meiner Wetterapp. Noch immer war bestes Wetter gemeldet, und so machte ich mich auf den Weg Richtung Sether Unterkunft, immer an der Grenze entlang zwischen Bündner- und Glarnerland. Bereits im Aufstieg zogen die Windböen an meinen Haaren und kühlten meine Finger aus, sodass ich zum ersten Mal Handschuhe, Mütze und meine Regenjacke als Windblocker nutzen musste.

Über den Gipfeln, über die mein Weg führen würde, hockten bereits grau und dicht Wolken. Schmaler und schmaler wurde der Weg, die Böen dafür stärker und stärker. Nicht die beste Kombination, dachte ich mir noch, während ich mit Stirnrunzeln die dunklen Wolkenbänder am Horizont betrachtete. Sollte das Wetter etwa unerwartet umschlagen? Sollte ich weiter gehen? An einer Kette zog ich mich das nächste Stück hoch, ziemlich ausgesetzt. Hmmm. «Hoffentlich geht das bei dem Wind nicht so steil weiter.» Eine kurze Rücksprache mit Christina, die die weitere Strecke kannte, beruhigte mich – oben sei das Gelände breiter. Also gut, weiter.

Bald erreichte ich die Wolkengrenze und wurde verschluckt. Matt und grau erschien alles, und ich begann, mich von Markierung zu Markierung zu hangeln auf meinem Weg gen Gipfel eins. Surreal war die Umgebung, immer wieder tauchten Schemen im Nebel auf, um direkt wieder zu verschwinden. Jedes Mal, wenn der Weg links vom Grat verlief, konnte ich kurz aufatmen, dort hatte etwas Schutz vor dem Wind, der konstant an meinen Kleidern zog und mir die Tränen in die Augen jagte. Schliesslich tauchte wie eine Erscheinung aus dem Nichts der Steinhaufen am Gipfel des Bündner Vorab auf. Nummer 1 geschafft – leider null Aussicht!

Einige Meter weiter schälten sich dann plötzlich seltsame Streben aus dem Nebel, die sich bald als unbesetzte Bergstation des Skigebiets Flims/Laax entpuppten. Das hatte ich hier oben nicht erwartet! Der Weg dorthin warf mich dann jedoch fast um – wortwörtlich. Am Vorabsattel zwischen den beiden Gipfeln fegte der Wind so stark, dass ich Ausfallschritte machen musste und kleine Steine in mein Gesicht gewindet wurden. Ok, das war jetzt doch etwas zu intensiv, die wollte ich nicht ins Auge bekommen. Ich flüchtete zu einem Pistenhäuschen und konnte kaum glauben, als ich die Klinke drückte und sich die Türe öffnen liess. Halleluja!

Kurze Pause, kurz aus dem Wind, kurz beratschlagen per Handy – aus dem Tal die Info: Julia, du bist in einer Föhnwalze! Ein paar hundert Meter weiter unten ist blauer Himmel! Ein zweites Halleluja. Nach einem kurzen Besuch bei Gipfel 2, dem Glarner Vorab, machte ich mich also schnell an den Abstieg und spürte tatsächlich schon etwa 300 Höhenmeter tiefer wieder die Sonne im Gesicht. Verrückt! Von einer Föhnwalze hatte ich noch nie etwas gehört.

Über glatte, ausgewaschene Platten ging es nun steil hinab Richtung Martinsmadhütte. Zum Glück waren die Felsen trocken, sonst wäre das eine rechte Rutschpartie geworden. Die letzten paar hundert Meter hatten es dann nochmal in sich – fast vertikal ging es an Ketten hinab auf den Boden der Martinsmad. Nochmal volle Konzentration und Kräfte mobilisieren! Schritt für Schritt balancierte und hangelte ich mich hinunter, und bald darauf war ich am Ziel. Erleichtert bestellte ich eine heisse Schoggi und verkroch mich in die warme Hütte – endlich raus aus dem Wind, der auch hier unten wie in einem Windkanal stark blies.

  • Der erste Teil der Route bis kurz nach der Sether-Hütte ist der ausgesetzteste Teil der Querung, mit sehr schmalen, gerölligen Wegen und daneben steil abfallenden Flanken. Der weitere Verlauf über die zwei Gipfel ist breit und unproblematisch.
  • Der Abstieg Richtung Martinsmad ist absolut nicht bei Nässe zu empfehlen, da er geprägt ist von grossen, sehr glatt geschliffenen Platten. Die letzten hundert Höhenmeter werden an Ketten fast vertikal zurückgelegt.
  • Auf der Martinsmadhütte war glutenfreies Essen kein Problem (auf Voranmeldung).
  • Die Hütte hat fliessend Wasser, Strom und WCs im Haus. Ich meine eine Dusche gesehen zu haben, weiss aber nicht, ob sie für Gäste ist.
  • Empfang war vor der Hütte möglich, auf der Route selbst ebenfalls fast überall.
  • Alle Infos zur Route hier: Zur Etappe

Tag 14 – Augenkost in Grüntönen

Der letzte Ferientag auf der Glaralpina – ich konnte es kaum glauben. Die Muskelentzündung am Anfang hatte meinen Plan durcheinander geworfen, aber ich hatte bereits eine neuen Plan, wie ich die Tour trotzdem dieses Jahr noch beenden konnte. Noch etwas müde von der Nacht brach ich erneut früh auf, um mich an den Abstieg nach Elm zu machen, wo ich einmal mehr meine Mutter treffen würde. Noch immer blies der Föhn wild und rupfte an Kleidern und Haaren. An diesem Morgen fühlte ich mich nicht sonderlich wohl, war unkonzentriert und rutschte zum ersten Mal auf der ganzen Tour auf losem Geröll weg. Vielleicht sollte ich es doch heute dabei belassen und heimfahren?

Im Tal angekommen gönnte ich mir eine kurze Pause, eh mein altbekanntes Mantra wieder in meinem Kopf erschien – «du kannst ja mal ein bisschen starten und sehen wie weit du kommst. Sonst drehst du dann um». Spoiler: Bisher bin ich noch nie umgekehrt… Also ging’s zusammen mit meiner Ma los an den Aufstieg, der nach all den Tagen in grauem Geröll lieblich durch weiche Graslandschaften verlief. Sanft zog sich der Weg hoch bis zur Krete, wo der Fanenstock dann plötzlich schroff und wie abgeschnitten abfiel. 

Nachdem wir eine kurze blau-weisse Passage gemeistert hatten, begann der lange Abstieg gen Tal – 2000 negative Höhenmeter würde ich am Abend vom ganzen Tag auf der Uhr haben. Auf dem Weg fantasierten wir über Glacé – doch sonntags würden wir doch nichts finden, oder? Während meine Mutter feine Eiscreme visualisierte, schmolzen auch die Höhenmeter nach und nach. Schliesslich traten wir endlich aus dem Wald auf den Talboden und kamen ans erste Gehöft: Und konnten unseren Augen kaum trauen. Es gab Glacé im Selbstbedienungsladen! Was ein Fest!

  • Der blau-weisse Abschnitt hat eine kurze Kettenstelle und ist sonst einfach von einem recht steilen Grashang geprägt. Ich würde ihn nicht bei Schnee empfehlen und auch Nässe kann schwierig sein, auch wenn keine direkte Absturzgefahr besteht.
  • Da ich dort heimgefahren bin, habe ich keine Infos zu Unterkünften.
  • Empfang ist auf der Strecke durchgehend vorhanden.
  • Alle Infos zur Route: Zur Etappe

Tag 15 – Erste und letzte Male oder Abbruch im Schnee

Schlussspurt! Zumindest fast. Mein letzter Glaralpina-Block war angebrochen, und jetzt wollte ich auch wirklich so schnell wie möglich abschliessen – denn der Schnee hatte einmal mehr Einzug gehalten. So musste ich bereits meine Etappen kehren, war mit 17 gestartet statt mit 15, in der Hoffnung, dass die Sonne meine Tour wieder freilegen würde. Ein Wettrennen gegen den Winter quasi, denn inzwischen arbeite ich wieder und hatten nur wenige Tage Zeit.

Am Abend traf ich Christina und Domenica, die dieses Jahr ebenfalls die Glaralpina begonnen und inzwischen gut aufgeholt hatten. Wir übernachteten in den Weissenbergen, wo wir nach einem feinen Zmorge erneut früh aufbrachen. Der Winter streckte eindeutig seine Fühler aus, die Gipfel um uns leuchteten weiss und die Blaubeer-Sträucher hatten sich schon in ihr rotes Herbstgewand gekleidet. Über allem schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel, trotzdem tanzten im Aufstieg kleine Atemwolken vor unseren Mündern. Bald schon hatten wir die Baumgrenze hinter uns gelassen, da erblickte Christina eine Lawinenverbauung: «Habt ihr da oben drauf schonmal Pause gemacht?» Hatten wir nicht. Und so bestiegen wir, einer Leiter gleich, das Gerüst und sogen die Landschaft in uns auf – begleitet von M&Ms und ein paar Selbstauslöser-Schnappschüssen. Was sein muss, muss sein!

Weiter führte uns der Weg dem Gulderstock entgegen, doch nachdem erst unsere Knöchel, dann unsere Waden im Schnee versanken, mussten wir uns eingestehen – das gibt heute nichts. Zu steil war das Gelände und zu vereist und verschneit die blau-weisse Route, und wir waren noch nicht mal im kritischen Stück. Abbrechen und das Limit erkennen ist auch eine Kunst, und so machten wir uns schliddernd und rutschend auf den Weg nach unten. Als wir bald einen kleinen See erreichten, nutzen wir die perfekten Temperaturen für einen Nap – jetzt hatten wir ja mehr als genug Zeit. Da wir nicht den grossen Bogen zurück laufen wollten, suchten wir uns danach querfeldein durch ziemlich borstige Blaubeer-Sträucher einen Weg. Sagen wir es so: Ich bin schon mal einfacher und eleganter den Berg herunter gekommen 😉

Beim letzten Gegenanstieg in der prallen Sonne auf Asphalt war dann niemand mehr motiviert – während Christina und Domenica ihn im Eiltempo unter die Beine nahmen, liess ich mir mehr Zeit und filmte und fotografierte noch ein bisschen. Nicht schlecht staunte ich dann, als ich oben ankam – entspannt lagen die beiden schon im eiskalten Trog vor dem Haus! Das musste ich natürlich auch ausprobieren, und so gabs an dem Tag mein zweites «erstes Mal» (Nr. 1 war die Lawinenverbauung). Nachdem uns der Hüttenwart Werner noch einen unserer Wünsche – Älpermagronen! erfüllt hatte, ging es erneut in die Federn. Während die beiden die Glaralpina für das Jahr abbrachen, wollte ich mich morgen vielleicht am nächsten Grat versuchen – und hoffte inständig auf weniger Schnee.

  • Es empfiehlt sich ein früher Start, denn die Route ist eine der längeren auf der Glaralpina.
  • Die Unterkunft hat fliessendes Wasser am Brunnen vor der Türe und ein WC im Haus, das mit einem Eimer voll Wasser gespült wird. Eine Dusche gibt es nicht, aber wir konnten im Brunnen «baden».
  • Glutenfrei war auf Anfrage kein Problem fürs Znacht, fürs Zmorge am besten etwas mitbringen.
  • Inhaber Werner ist ein unglaublich netter Gastgeber und betreibt die Hütte als Passionsprojekt neben seinem Job – es ist keine SAC Hütte!
  • Alle Infos zur Route: Zur Etappe

Tag 16 – Gratwanderung auf der Sonnenseite

Am nächsten Morgen zog ich also alleine los, snackte ein paar späte Blaubeeren an den Sträuchern und studierte den Gipfel meines nächsten Ziels: Der Gufelstock. Die blau-weisse Route sah eigentlich gar nicht soo schlimm verschneit aus, nur im oberen Teil erspähte ich eine geschlossene Schneedecke. Ein Blick auf die Karte verriet, dass der Grat nach Südwest ausgerichtet war, was die Chance, dass er begehbar war, erhöhte. Während ich ihn ursprünglich umgehen wollte, tauchte wieder diese Stimme auf: «Geh doch mal hoch schauen, vielleicht geht’s ja doch, du kannst immer noch kehren oder oben querfeldein kreuzen…»

Wer bisher aufmerksam mitgelesen hat, weiss wie das endete: Knappe zwei Stunden später stand ich auf dem Gipfel. Und genoss ab da den wunderbar einfachen, blau-weissen Gratweg, von dem aus sich in alle Richtungen ein riesiges Panorama bot – auch auf die ganze Strecke der ersten Woche. Wow, da war ich überall durchgelaufen! Einige vereiste Stellen forderten dann nochmal volle Konzentration, ehe ich den Schnee endgültig hinter mir liess und gen Naturfreundehaus Fronalp abstieg. Ein Blick zurück auf die Tour des Tages war dann noch spannend – denn die Nordseite des Weges sah nicht passierbar aus, so dicht lag auf dieser Seite der Schnee. Und doch war es gegangen – wie es manchmal täuschen kann.

  • Die Route über die Krete ist eine eher einfachere blau-weisse Tour ohne Kettenstellen.
  • Es lohnt sich die geologischen Infos zur Region zu lesen, zum Beispiel zu Rotärd.
  • Empfang ist fast überall vorhanden.
  • Da ich dort nicht übernachtet habe, habe ich keine Informationen zur Unterkunft.
  • Alle Infos zur Route: Zur Etappe

Tag 17 – Auf der Krete dem Ziel entgegen

Diese Etappe hatte es nochmal in sich – landschaftlich! Nach einem zuerst flachen, dann immer steiler werdenden Aufstieg von der Fronalp standen wir bald am Fedensattel und genossen den Tiefblick Richtung Talalpsee. Wow, freute ich mich auf diese Tour, und auch darüber, dass zum letzten Mal meine Mutter dabei sein würde. Auf schmalen Wegen ging es immer weiter gen Norden, Richtung Walensee. Leichte Wolkenschwaden waberten schon bald um die umliegenden Gipfel, was allem einen mystischen Touch verlieh. An Ketten ging es um enge Kurven und über ausgesetzte Felsen, jede Biegung des Weges eröffnete ein neues Panorama. Der reinste Genuss!

Einmal mehr leuchteten die Blaubeer-Büsche rot-golden im Sonnenlicht und das schon gelbe Gras wog sich im Wind dazu, während Tannen und Kiefern ihren aromatischen Duft verströmten. Diese Tour war definitiv ein weiterer Favorit auf meiner Glaralpina Wanderung! Schliesslich erreichten wir den Nüenchamm, wo wir auf der windabgewandten Seite eine Rast einlegten und kaum glauben konnten, dass meine Tour schon fast zu Ende war. In weitem Bogen ging es dann erst Richtung Habergschwänd, von wo aus die Glaralpina via Filzbach zur Ziegelbrücke führen würde. Wir jedoch stiegen wieder zurück Richtung Fronalp – denn die allerletzte Tour wollte ich einige Tage später bewusst allein geniessen.

  • Die Route entlang der Krete ist zT ausgesetzt und mit Kettenstellen. Sicher nicht die schwierigste Passage der Glaralpina, aber auch nicht die einfachste.
  • Die Kraxel-Partien sind bei Nässe sehr matschig / rutschig.
  • Empfang ist fast überall vorhanden.
  • Alle Infos zur Route: Zur Etappe

Schlussspurt: Unter 5 Brücken musst du gehen – zur Ziegelbrücke

Der Moment war da – Schlussspurt. Die letzten Meter hinab Richtung Filzbach und Walensee waren zwar äusserlich nicht sonderlich spektakulär, aber das Gefühl in meinem Inneren dafür umso mehr. Als ich die Talsohle erreichte und die fünf Brücken an der Linthmündung gequert hatte, beschleunigte sich mein Schritt immer mehr. Die wirklich letzte Stunde meiner Glaralpina brach an! An Weesen vorbei war mein Ziel Ziegelbrücke zum Greifen nah – und dann liess ich alles raus. Mit einem konstanten, riesigen Lächeln auf dem Gesicht hörte ich meine Lieblingsmusik und besang dazu die am Wegesrand verdutzt schauenden Kühe.

Ich hatte es geschafft! Meine eigenen Zweifel und Gedanken vom Anfang hatte ich hinter mir gelassen, war wieder ein Stück gewachsen, hatte viel gelernt, und all diese schöne Natur und die Momente erleben dürfen. Pures Glücksgefühl, wow! Als ich schliesslich in Ziegelbrücke eintraf und noch ein letztes Abschluss-Selfie machte, genau dort, wo ich vor einigen Wochen begonnen hatte, schloss sich der Kreis der Glaralpina für mich. Worte können das Gefühl kaum beschreiben. Wehmütig warf ich aus dem Fenster des Zuges einen letzten Blick zurück, bis ein ganz kleiner Gedanke sich begann zu melden: Whats next?

Fakten & Zahlen

Die Gesamtroute der Via Glaralpina: Grün meine Strecke, rot die umgangenen Stücke.

Die letzte Woche führte mich von der Bifertenhütte bis an mein Endziel Ziegelbrücke – total 100 km bei 6742 positiven und 8321 negativen Höhenmetern. Etappe 17 bin ich wetterbedingt vor 15 und 16 gelaufen, habe sie jedoch in diesem Beitrag in der richtigen Reihenfolge integriert. Etappe 15 mussten wir aufgrund des Schnees abbrechen und umgehen.

Stories mit Videos von jedem Tag mit mehr Details sind auf meinem Instagram-Profil unter «Highlights» zu finden.

Disclaimer: Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit der Via Glaralpina und Glarnerland Tourismus entstanden. Der Bericht spiegelt jedoch meine eigenen Erlebnisse. Dieser Text wurde zudem ohne AI (Chat GPT und Co.)  geschrieben.

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