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Julia

Julia

Die neue OM-1 Mark II im Extremtest: Skicamping auf 2200 Meter

Der Wind rüttelt am Gestänge über mir. Kalt dampft die Luft vor meinem Gesicht, steigt langsam höher und höher. Ich öffne den Zipper meines Zelts auf 2200 Meter und schaue in den Himmel. Es ist halb 6 am Morgen. Ist die Mondsichel schon aufgegangen?

Nein. Aber 1001 Sterne stehen über der weissen Winterlandschaft, im Tal schlummert gelb glitzernd Grindelwald. Die nautische Dämmerung kriecht bereits über den Himmel. Vorfreude kribbelt in meinen Fingern. Ich greife meine neue OM-1 Mark II und schlüpfe in meine Booties.

Sternenhimmel über Grindelwald, hier noch am Abend.

Im Dunkeln sehe ich kaum etwas, während ich mit kalten Fingern mein Stativ ausrichte. Das Licht der Mittellegihütte und des Jungfraujochs dienen mir als Orientierung, um die mächtige Eiger-Nordwand mittig ins Bild zu holen. Es sind minus 5 Grad, doch in meiner Aufregung merke ich es kaum. Zum Glück kenne ich meine Kamera im Dunklen auswendig, so sind die Settings schnell gefunden.

Dann eine Überraschung – der Starry Sky Autofokus läuft auf der Mark II nochmal deutlich schneller und smoother als auf meiner alten Kamera. Nicht bei einem einzigen Bild stockt er, und erkennt auch in völliger Dunkelheit die Sterne ohne Probleme – und stellt entsprechend scharf. Riesig breitet sich vor mir das riesige Panorama des Nachthimmels und des Dreigestirns Eiger, Mönch, Jungfrau aus, und ich banne es auf meine Speicherkarte.

Alle Farben am Himmel dank Live GND

Wenig später kriechen die ersten Farben über den Himmel. Kurz sind wir enttäuscht, denn wir hatten uns etwas mehr erhofft als ein blasses Orange. Fast schon wollen wir uns ans Zusammenräumen machen, da stocken wir – ist das etwa Rot am Himmel? Und dann explodiert der Himmel für viel zu kurze fünf Minuten in den surrealsten Rot und Gelb Tönen. Wäre ich nicht hier, würde ich denken, dass jemand zu stark am Sättigungs-Regler gespielt hat… Aber nein.

Panorama aus sechs Einzelbildern zusammengesetzt. Hier wurde Live GND04 auf Stufe «Soft» genutzt.

Es ist unglaublich schön, und möglichst schnell versuche ich, soviel wie möglich davon auf meine Kamera zu bannen. Mit einem Klick schalte ich den graduellen Live-ND Filter (GND), der mich in herausfordernden Situationen mit starken Hell-Dunkel Kontrasten unterstützt, und kann so die satten Farben und die Helligkeit am Himmel erhalten und gleichzeitig die wilden Bergspitzen mit Schnee und Wolken hell genug gestalten. Viel zu schnell ist der Moment schon wieder vorbei, ich hätte noch ewig weiter fotografieren können. In solchen Momenten würde ich mich am liebsten klonen, um mit zwei Kameras und zwei Menschen alle Shots zu bekommen…

Das erste Bild links ist RAW ohne Live GND, das zweite Bild in der Mitte ist RAW mit Live GND08 (Soft) im oberen Teil des Bildes (Himmel). Nummer 3 rechts das fertig editierte Bild. 

Leicht, wetterversiegelt, smart – perfekt für meine Outdoor-Abenteuer

Momente wie diese machen für mich ein Abenteuer aus. Exponiert auf einem Berggipfel, auf den wir mit Ski gestiegen sind, auf dem Rücken ein 17kg Rucksack. Einmal mehr bin ich froh um mein leichtes und kompaktes Equipment. Im Gegensatz zu meinen Fotografen-Kolleginnen auf anderen Systemen kann ich so mehr Objektive einpacken – auf dieser Tour haben mich mein 8mm 1.8, 40-150mm 2.8 und 12-40mm 2.8 begleitet – und auch grösste Kälte, Regen oder Schneegestöber machen meiner OM-1 Mark II dank IP53-zertifizierter Wetterabdichtung nichts aus. Auch ein versehentliches Schneebad wie im dritten Bild ist kein Grund zur Sorge.

Und auch wenn ich meine Kamera mal einer Kollegin in die Hand gebe, um ein Foto von mir zu machen – wie beim Titelbild oben – kann ich mir einer Sache sicher sein: Mit der AI gestützten Bilderkennung und dem neuen Subjekt «Mensch» erkennt mich die Kamera automatisch – und das Bild wird scharf. Smart, was die Erkennung inzwischen leistet!

Richtig weit gekommen – mit dem 150-600mm F5.0-6.3 IS

Neben der neuen OM-1 Mark II konnte ich die letzten Wochen auch das neue M.Zuiko Digital ED 150-600mm F5.0‑6.3 IS testen. Für mich die perfekte Gelegenheit, mein Spektrum von Landschaftsfotografie mehr Richtung Tierfotografie zu erweitern. Während Landschaften sich nicht bewegen, aber vor allem starke Kontraste und Low-Light-Situationen eine Herausforderung sind, zählen bei Tieren ganz andere Faktoren. Schnelle Serienbilder, eine gute Stabilisierung und Pro Capture helfen mir, die richtigen Momente einzufangen.

Überraschungsfund – auf dieser Tour hatte ich nicht mit Tieren gerechnet. Zum Glück hatte ich das 150-600mm dabei.

Idealerweise hat man ein Stativ dabei – aber wie so oft ergeben sich die besten Möglichkeiten, wenn man genau nicht damit rechnet. So traf ich auf den Fuchs, das Reh und den Falken an einem einzigen Spaziergang mit meiner Familie, während ich vorher tagelang an anderen Stellen umsonst mit der ganzen Ausrüstung angesessen hatte. Zum Glück hat mich die OM-1 MII und auch das 150-600mm auch bei den Ergebnissen «aus der Hand» perfekt unterstützt, so dass ich meine Shots bekommen konnte. Auch hier hat die automatische Tier-Erkennung, vor allem bei dem sich schnell bewegenden Falken, extrem geholfen um scharf zu stellen und gleichzeitig auslösen zu können.

Funktionen, die ich jetzt schon nicht mehr missen möchte

Live GND ist sicher für mich der grösste Gamechanger, auch, weil der Filter unglaublich intuitiv funktioniert. Die Mensch-Subjekterkennung, die sich nicht mehr nur auf Gesichter beschränkt, ist ebenfalls sehr wertvoll für mich.

Es gibt aber noch zwei weitere, kleinere Änderungen, die ich wirklich gut finde – das vertikale Filmen ist nun endlich auch mit der OM-1 möglich (vorher war dafür vor allem meine OM-5 im Einsatz) und der Menü-Button kann auf die Lösch-Taste auf der rechten Seite gelegt werden. Was vielleicht banal klingt, ist unglaublich hilfreich im Handling der Kamera, so dass ich nun endlich wieder alle wichtigen Tasten mit rechts erreiche. Ich freue mich auf weitere Abenteuer mit dem System!

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde im Rahmen einer Kooperation mit OM SYSTEM verfasst. Die Beschreibungen basieren auf meinen eigenen Erfahrungen.

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